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Quellen 

Mannlichs Beschreibungen sind die wohl bekannteste Quelle zur Erforschung des Palais Salabert. Sie sollen demnach auch an dieser Stelle zitiert werden: „Abbé von Salabert hatte vom Herzog ein altes Haus in der Nähe von der Stadt Homburg mit Stallungen, einem Garten und etwa 20 Morgen Wiesen zum Geschenk erhalten... Er ließ sein altes Haus wieder herstellen und ein Hauptgebäude anfügen, mit großen und schönen Gemächern zum Empfange und zur Bewirtung des Hofes. Die Damasttapeten und Möbel wurden in Paris von den Arbeitern, die dem herzog lieferten, hergestellt. Er hütete sich indes wohl, sich der nämlichen Muster zu bedienen, um nicht das Mißfallen seines Herren zu erregen. Der Garten wurde vergrößert und verschönert und die Wiesen in einen englischen Garten umgewandelt. All das leerte nicht nur die Börse des Abbés, sondern brachte ihn sogar in Schulden... Der Prälat (Salabert) hatte mich oft eingeladen, einige Wochen in seinem schönen Hause zu verbringen, für das ich ebenso wie für den Garten den Plan entworfen hatte...Um sechs Uhr morgens erwartete er mich in seinem herrlichen Garten ... Wir schmiedeten zusammen Pläne für dessen Ausgestaltung und steckten die Plätze für exotische und seltene Bäume ab, die im Herbst gepflanzt werden sollten.... Alles war glücklich und frei bei ihm. Die chinesischen Fasanen folgten uns beim Spaziergange und ließen sich oft auf den Bänken neben uns nieder. Die Störche stolzierten gravitätisch um uns her auf der Wiese, .... die Vegetation war prächtig. Magnolienbäume und Platanen spendeten kühlen Schatten, in dem ich meine tägliche Siesta hielt. Mehrere Kaskaden rauschten über fünf Fuß hohe Felsen hernieder“. Mannlichs Beschreibungen lassen sich in großen Teilen belegen. So hat sich ein Dokument erhalten, das auf recht eigenwillige Weise die Schenkung des Anwesens durch den Herzog an Salabert belegt. Der französisch verfasste Text soll hier in deutscher Übersetzung in seinen wesentlichen Teilen dargelegt werden: „Der Verkauf eines Hauses und Gartens zu Homburg durch Monsieur de Salabert an SAS den regierenden Herzog von Zweibrücken 1784.Wir Carl II., von Gottes Gnaden Pfalzgraf bei Rhein, regierender Herzog von Zweibrücken, Herzog in Bayern, Jülich, Kleve und Berg... erwägen Unserem vertrauten geistlichen Berater Salabert, Titularabt von Tholey, Großalmosier des Ordens von St. Michel, .... unter großen Kosten ein Haus zu bauen und einen weitläufigen Garten in Homburg anzupflanzen, gemäß dem Wunsche, den Wir bezeugt haben, ihm einen ständig festen Wohnsitz nahe Unserer Residenz zu errichten ... Wir erwerben sofort von diesem Moment an das Haus des Abbés von Tholey mit Sitz in Homburg auf dem ehemaligen Gelände der Strohhutfabrik („la fabrique des chapeaux de paille“) mit all seinen Gebäuden, Nebengebäuden, selbst die, die der Abbé von Tholey hier in der Folgezeit hinzufügen möchte, die hier vorhandenen Gärten mit ihren Einrichtungen, Pavillons, Bäumen, Wasserläufen ... für den Preis von 40.000 florins. Carlsberg, den 23. Juni 1784“. Albert Becker verweist auf die „Gazette de Deux-Ponts“, die erstmals 1788 und später 1791 wieder vom Erblühen einer Magnolie im Park von Abbé Salabert berichtete. Hierbei handelte es sich um außergewöhnliche Ereignisse, die es letztlich Wert waren, in der Zeitung publiziert zu werden. Dies zeigt allerdings auch den außergewöhnlichen Rang, den der Salabert-Park eingenommen haben musste.  Letztlich zitiert Weber eine Verkaufsannonce des Anwesens im Zweibrücker Anzeigenblatt vom 24. März 1803. Darin heißt es, dass das Hauptgebäude etwa 25 Meter lang, zehn Meter tief sei und über drei Geschoss verfüge. Zwei Flügel seien vorgestellt. Dabei befänden sich eine Stallung, Remise und ein Treibhaus, sowie ein „dabey gelegenen schönen englischen Garten, letzterer enthaltend ohngefähr 15 Morgen und drey Hektaren und 31 Aren, worin drey Weinbergen befindlich sind“.  Aussagekräftig, wenn auch nicht zahlreich, sind die bildlichen Quellen, die sich überliefert haben. Bekannt ist die idealisierte Darstellung von Palais und Gärten im Stadtplan von 1785. Der hier nur angeschnittene Park zeigt sich in einem Reichtum, der wohl ähnlich wie am Palais Esebeck und der Homburger Gärtnerei niemals so ausgeführt wurde. Wesentlich realistischer ist der Ölplan von 1805 anzusehen, da dieser, als Besteuerungsgrundlage dienend, naturgemäß den Ist-Zustand wiedergibt. Er präsentiert das gesamte Grundstück und sämtliche hierzu gehörigen Gebäude. Einen späteren Zustand belegt ein Lageplan aus dem Jahre 1813, bei dem das Palais als vollständiger Bestand dokumentiert ist. Letztlich das aussagekräftigste Dokument stellt eine Bestandsaufnahme des Palais dar, die im Juni 1893 vom „königlichen Bauconducteur“ Ernst angefertigt wurde. Anlass der Bestandsaufnahme war der geplante Erwerb von Gebäude und Grundstück durch das königliche Forstamt.  

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