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Die Gestaltung des Palais

Die Gliederung der beiden Längsseiten muss wohl identisch gewesen sein. Die Fassaden gliederten sich horizontal in zwei Geschosse. Ein Sockelgeschoss, das notwendig war, um die Topographie zum rückwärtigen Teil abzufangen, war von der Rückseite aus wohl ersichtlich. Die beiden seitlichen Pavillons gliederten sich in vier Achsen zur Längs- bzw. drei Achsen zur Schmalseite. Hierauf ruhten klassische Pavillondächer mit achsenbezogenen Gauben. Die Rücklage verfügte über sieben Achsen, deren mittlere den Haupteingang markierte. Auf der Rückseite muss hier eine groß angelegte Treppe ins tiefer gelegene Areal geführt haben. An der Südseite des Palais schloss sich eine Durchfahrt mit darauf befindlicher Terrasse an. Alles in allem präsentierte sich das Palais als elegantes Gebäude, das typologisch allerdings nicht ohne weiteres einzuordnen ist. Es handelte sich weder um ein klassisches Stadtpalais, da ihm die Ausbildung von Höfen fehlte, noch um ein ausgewiesenes Landschloss, da es zu eng mit der Homburger Altstadt verbunden war. Der Autor der Versteigerungsakten 1798 stand wohl vor ähnlicher Problematik. Er bezeichnete das Palais schlicht als „Landhaus“, Die Ausstattung des Gebäudes lässt sich nur vage erahnen. Als reichste Frau im Herzogtum, die zudem den Schönheiten des Lebens nicht verschlossen war, wird ihr eigenes Wohnhaus sicherlich prächtig ausgestattet gewesen sein. Nur noch weniges existiert, was sich dem Palais zuschreiben könnte, so unter anderem der Rest eines Glasservices mit dem Allianzwappen Gayling von Altheim – Esebeck im Privatbesitz. Ansonsten dürften einige Ausstattungsstücke französischer Herkunft gewesen sein, wie es Mannlich für das Palais Salabert überliefert. Die Frage nach der Urheberschaft von Schloss und Park ist nicht anhand von Fakten zu klären. In den Baurechnungen erscheint öfter der Name des Werkmeisters Georg Schäfer, den auch Mannlich mit der Durchführung des Palais in Zusammenhang bringt. Inwieweit Schäfer als Bauleiter auch die Entwürfe zum Palais schuf, sei dahingestellt. Die Nähe zur Architektur der Carlsberger Gebäude, die sich weitgehend an den konventionellen Bauten der Zeit eines Christian Ludwig Hautt orientierte, lässt zumindest an die Einflussnahme Mannlichs denken. Das Palais Esebeck war kein ambitioniertes Gebäude im zeitgemäßen klassizistischen Stil, sondern folgte einem bewährten Schmema. Die Konzentration von Palais und wesentlichen Parkelementen, wie Orangerie, Bassin, Kanal und Badehaus sorgten für eine räumliche Dichte von eigenem Charme und Charakter.Die heutige bauliche Situation an dieser Stelle lässt nicht im Mindesten ahnen, was sich hier einst befand.

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