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St. Baerenfaenger, Flurplan bei Heydengebrüch

 

Vielleicht weniger spektakulär, als vielmehr ein kleines Mosaikstein im Gesamtbild der Carlsbergzeit, also der Ära von Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken in der Zeit von 1776 bis 1793, bildet dieser „Plan über den an dem Heydengebrüch liegenden 12 ½ Morgen 7 Ruthen Trieschland so zu einem Exercier Platz angelegt werden soll“. Das Gelände, das vom Heidenbruch umgeben war, gehörte wohl ebenfalls zu den Ländereien des Barons von Closen und gelangte 1777 in Besitz von Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken. Folglich stammt der vorliegende Plan frühestens aus dem Jahre 1778.

 

 

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Die räumliche Zuordnung ist im ersten Moment schwierig. Hilfreich ist die Benennung des „Schelmenkopfes“, einer kleiner Anhöhe im heutigen Homburger Ortsteil Sanddorf. Die Bezeichnung des Weges „nach Erbach und Jägersburg“ ist nur bedingt hilfreich, da sich die Straßenführung in den vergangenen 200 Jahren im Ortsteil Sanddorf dramatisch verändert hat, vor allem je näher Landstraße und Bahnlinie kommen. Der alte Weg nach Erbach ist seit der Begründung beider Verkehrswege im frühen bzw. mittleren 19. Jahrhundert aufgegeben worden. Das heutige Sanddorf ist überwiegend eine Schöpfung seit dem frühen 20 Jahrhundert.
Diese Hintergründe erleichtern die Lokalisierung nicht. Doch vermag der Lageplan von 1768 hier weiterzuhelfen. Vor allem die Lage des Schelmenkopfes und der Abgleich mit der Deutschen Grundkarte M 1:5000 führen zur Lösung der Frage.
 
Ein Abgleich mit der Deutschen Grundkarte zeigt gleich, dass es eine Änderung im Straßenverlauf gegeben haben muss. Nach 1769 erfolgte eine Verschiebung der Landstraße („Weeg nach Erbach und Jägersburg“), die im Plan von 1768 unmittelbar die östliche Grundstücksgrenze tangierte. Sie wurde um ca. 100 m in östliche Richtung verlegt. Das gewonnene Gelände nahm das Areal des geplanten Exerzierplatzes auf. Der Schelmenkopf, der auf beiden historischen Karten an identischer Stelle
benannt wird, ist auf der Grundkarte als 270 m hohe Landemarke ersichtlich. Der Weg, der von der Landstraße abzweigt, gibt sich auf der Grundkarte als „Schwarzer Weg“ zu erkennen, der von hier aus in geradem Lauf zur Homburger / Erbacher Fasanerie und dem Schlösschen Amalienlust führte. Der „Weeg nach Erbach und Jägersburg“ entschlüsselt sich nun als heutige „Heidebruchstraße“.

 

Projezierung des historischen Lageplanes

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap | © Dr.-Ing. Patrik Schunk (CC-BY-SA)

Projezierung des historischen Lageplanes in Topografische Karte

 

Als  Entstehungszeitpunkt  (zumindest  der  Zeichnung)  ist  erst  mit  den  frühen  80er  Jahren  des  18. Jahrhunderts  zu  rechnen,  nachdem  Herzog  Carl  II.  August  die  Hofhaltung  nebst  mehreren Militärkompanien auf den Carlsberg verlegte und ein Exerzierplatz notwendig wurde.

 

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