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Homburger Fassanerie - Aufgenommen durch CI und gezeichnet  von M.J. Tochtermann ao 1784

 

Einen gänzlich anderen Eindruck vermittelt der Plan der Fasanerie sieben Jahre später. Dass es sich um einen Bestandsplan handelt, vermerkt der Autor am linken Bildrand, nach dem das Gelände „aufgenommen“ wurde.

 

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Der Kanal ist verschwunden. Zudem sind Brunnendeicheln, die als Wasserleitung dienten, im Dezember 1777 durch Wasserbaumeister Philipp Beyer ausgebaut und auf den Carlsberg transferiert wurden16. Ebenfalls verschwunden ist der zentrale Rasenstreifen in West-Ost-Richtung. Dafür ist der Weg im Osten geöffnet und führt nun über die ehemaligen Closen-Grundstücke in Richtung Sanddorf bzw. dem Carlsberg. Der Weg zeigt sich bereits 1782 bei Schäfer und taucht ebenfalls in den Plänen von 1804 und 1805 auf. Die beiden kleinen Pavillons im Waldpark sind verschwunden, genauso wie die beiden Rasenparterres nebst deren aufwändiger Umpflanzung.

Dafür haben sich bauliche Veränderungen ergeben. Das Hauptgebäude wurde um ca. 5,00 m auf ca. 28,20 m verlängert und verfügt nun auf allen vier Seiten über halbrunde Treppen zu den jeweiligen Eingängen. Die Eingänge der Schmalseiten sind dabei auf der westlichen Hälfte situiert.
Nördlich des Schlosses befindet sich ein umschlossenes Areal auf leicht verzogenem rechteckigem Grundriss. Die Anbindung ans Schloss erfolgt dabei über einen Weg. Wichtig ist bei der Betrachtung der Zeichnung die Darstellung der Schattenwürfe an Gebäuden und Bäumen. So lässt sich erkennen, dass die Umfriedung des Geländes aus einer Mauer bestand, die bis ans Schloss angebunden war. Die Mauer führte dabei vom Schloss zu einem quadratischen Pavillon, der dieses umschlossene Gelände erschließt. Diese Mauer ist auf verschiedenen perspektivischen Darstellungen von Schloss Carlsberg und der Fasanerie zu sehen, wurde aber bislang immer mit der großen Umschließung der vermeintlich quadratischen Fasanerieanlage in Verbindung gebracht17.
 
Die Art der Parzellierung im Inneren deutet auf die Anlage von Beeten. Den (wenn auch nicht geometrischen) Mittelpunkt bildet ein großer Pavillon auf quadratischem Grundriss, der von Treillagen umgeben ist. Der Schattenwurf übersteigt sogar denjenigen des doppelgeschossigen Schlosses, was auf einen beachtlichen Pavillon schließen lässt. In der östlichen Mauer deuten zwei Pfosten auf die Existenz eines Tores, das den hier vorhandenen Weg eröffnet.
Bei dem Pavillon handelt es sich wohl um das Gebäude, das mehrfach im „Verzeichnis des durch die Franken an der Fasanerie bei Homburg verursachten Schadens18 benannt wird. Den einzelnen Gewerken ist zu entnehmen, dass der Pavillon mit einem Bassin und Grottenwerk sowie hölzernen Laubengängen (Treillagen) ausgestattet war. Das Dach war mit Schiefer eingedeckt. Der aufwändigen Anlage zur Folge können wir für diesen Abschnitt auch eine entsprechend kostbare Bepflanzung annehmen, die ebenfalls im Schadensverzeichnis aufgelistet wird.
 
Südlich des Schlosses befindet sich eine weitere umschlossene Freifläche auf ebenfalls leicht rautenförmig verzogenen viereckigen Grundriss. Die Umfriedung erfolgte mit einem Stakketenzaun, der ebenfalls mehrfach im Schadenverzeichnis benannt wird. Neben einer Vielzahl von Beeten findet sich ebenfalls eine runde bauliche Anlagen mit umgebenden Treillagen auf quadratischem Grundriss, wobei es sich wohl um das mehrfach benannte „Caroussel“ der Herzogin handeln dürfte.
 
Das schon 1777 vorhandene Nebengebäude an der Ostseite des damaligen Südparterres ist nach wie vor vorhanden, allerdings durch einen nach Osten führenden Seitenflügel ergänzt. Hierin befanden sich Stallungen19 und vermutlich auch die im Schadensverzeichnis benannte Remise. Der Anbau mit seinem ummauerten Hof diente wohl dem Fasanenwärter als Arbeitsstätte. An der Nordseite des ehemaligen Parterres befindet sich ein weiteres Nebengebäude. Hierin befanden sich vermutlich die im Schadensverzeichnis mehrfach erwähnten Wohnungen des Gärtners und des Kutschers.
Besonders auffallend ist an der Südgrenze der Fasanerie die Eintragung „Thier-Garten Zaun“, was auf den großen Wildzaun hindeutet, der schon unter Herzog Christian IV. angelegt und unter Herzog Carl II. August erweitert worden ist.
 
Weitere bauliche Anlagen sind dem Plan nicht zu entnehmen. Allerdings sind sie durch schriftliche Quellen dokumentiert. So befand sich im Fasanenwald ein  „Holz Stoss von 4 Klafter Holz, so innwendig zu einem Garten Cabinet eingerichtet,…“, also ein kleiner Gartenpavillon in Form eines Holzlagers, was in Parkanlagen jener Zeit oft als „Folie“ in Erscheinung tritt. Das Schadensverzeichnis nennt auch eine sehr kostspielig wieder herzustellende „Englische Partie“, die mit den Anlagen im Fasanenwald nicht zusammengeführt werden können. Es handelt sich vielleicht eher um die Anlagen, die auf den Wiesen des Heydenbruches gestaltet wurden. Der Plan von 1784 benennt diese Bereiche als „Wiesen-Thal“. Diesen Englischen Anlagen war auch ein Treibhaus zugeordnet.
Ebenfalls nicht im Bereich des Fasanenwaldes anzusiedeln wäre ein kleiner Weiher nebst Brücke sowie eine Kegelbahn.
 
Als Fazit lässt sich festhalten, dass in den Jahren 1777 bis 1784 die Fasanerie eine grundlegende Veränderung erfahren hat und die 1760 entstandene Kernanlage nach Osten erweitert wurde. Nach 1784 wurden ebenfalls Änderungen vorgenommen. Augenfällig wird dies beim Hauptgebäude, das im Jahre 1791 mit beidseitigen Anbauten versehen ist20, und das Gebäude somit um 2/3 seiner bisherigen Länge vergrößerte, also in etwa auf 47 bis 50 m.

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